maststellen12Der 2. Hafen, den wir in Holland anlaufen, ist ein Glücksfall. Sieht man von nachvollziehbaren Einschränkungen im Interesse Erholung suchender Bootsbesitzer ab, können wir hier die Masten stellen und einige unumgängliche Arbeiten nachholen. Die Arbeitspakete sind definiert und wir genehmigen uns dafür ein ca. 2 Wochen Zeitfenster. Baumeister Arno wird mit dem Ausspruch: „Geht alles Ruck-Zuck“ zitiert – der ungläubige Blick der Baumeisterin lässt an dieser Behauptung Zweifel erkennen.

 

Die Arbeitspakete:

  • Masten stellen
  • Einriggen
  • Bugstrahlruder aktivieren
  • Autopilot ans Laufen bringen
  • Diverse Schweißarbeiten
  • Ankerwinch aktivieren
  • Elektroarbeiten diverser Art

Die Liste hat noch einige Unterpunkte, die allerdings die gewünschte Übersichtlichkeit gefährden und die „Ruck-Zuck-Theorie“ ins Wanken bringen könnten. Beschränken wir uns auf das Wesentliche.

An den Hafen angeschlossen ist eine Werft, die uns mit Know-how und entsprechendem Maschinenpark zur verfügung steht. Auf dem Gelände erledigen wir die Dinge, die an Bord nicht gemacht werden können wegen: Lärm, Staub, Funkenflug usw.

Für alle, die vor dem Aufbruch aufs Meer ihr Boot vorbereiten wollen, können wir Hafen und Werft in Numansdorp nur empfehlen! Zumal die Preise auch in der Hochsaison akzeptabel sind!

Was soll ich sagen: aus 2 wird knapp 4 und alles ist nicht gemacht.maststellen7 Die Masten stehen, die Segel sind angeschlagen – die Leinen sind zum Teil provisorisch angebracht. Zwei erste Segel-Versuche müssen genügen bevor die Fahrt = Ernstfall los geht. Uns läuft die Zeit davon. Wer zu spät die Biskaya überqueren will, den bestraft mit großer Wahrscheinlichkeit der Wind- und Wettergott!

Zum Dschunkenrigg lässt sich aktuell nur sagen: Die Masten stehen wie geplant gerade in einer Reihe, die Segel passen und dürften keinen Centimeter länger sein, die Anschläge konnten angepasst werden – ob alles den Belastungen Stand halten wird? Großes Fragezeichen und leichtes Bauchgrummeln. Optisch ist das Ganze sehr ansprechend :-)aufriggen7

Dass das Zeitfenster letztlich nicht ausreichte, ist großem Optimismus aber auch einigen Unwägbarkeiten geschuldet. So war z.B. der neue Autopilot tw- defekt und es musste ein Ersatzgerät beschafft werden. Da es das gleiche Teil nicht mehr gibt, mussten wir auf ein Nachfolgemodell zurückgreifen – hat alles seine Vor- und Nachteile, und kostet!
Und wenn wir schon beim Pannenthema sind: Der Akku vom UKW-Handteil ist hinüber, der Motor macht immer noch Mukken beim Anlassen, der Bertschi tropft, die Lüftungsleitungen der Wassertanks sind falsch verlegt, das Display von Navi-PC hat den Geist aufgegeben – ich werde in einer separaten Liste alles aufschreiben was wo und wann so alles kaputt geht.

Alles in allem ist die Stinnung in den letzten vier Wochen aber sehr gut. Und wir bereuen die Entscheidung nicht, vor dem vollständigen Bauabschluss losgefahren zu sein! Ist halt kein Urlaub!!!

sagt Arno von der Somnambule

 

Somnambule wird zur Dschunke

2 Gedanken zu „Somnambule wird zur Dschunke

    1. Hey Ruth,
      DANKE.

      Bin auch mächtig zufrieden. Die Falten im unteren Bereich kommen daher, dass dort Camber sind, die brauchen Wind um ihre Bäuche auszubilden – also nicht falsch genäht:-)
      Leider haben wir noch keine Fotos vom Boot in Fahrt unter Tuch. Aber die Rückmeldungen einiger Crews, die wir auf dem Meer überholt haben, sind sehr positiv :-)
      Grüße
      Arno

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