GibraltarWir liegen seit Mitte Oktober hier in Almerimar im Winterquartier und mit der Beschreibung unserer Reise bis hierhin sind wir noch nicht fertig. Ich schreibe jetzt mal eine kurze Zusammenfassung damit die Lücke geschlossen ist. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, regelmäßiger und in kürzeren Abständen zu schreiben, mal sehen was aus den guten Vorsätzen wird…..

Portugal Teil 2

Mitte September letzten Jahres ist unsere Tochter Leonie für 2 Wochen an Bord gekommen. Das war eine tolle Zeit, die viel zu schnell vergangen ist. Wir sind von Cascais nach Lissabon, haben da ein paar Tage verbracht. Der Hafen war ziemlich enttäuschend und bis auf einen wirklich schönen Abend in einer winzigen Fado-Kneipe war der Aufenthalt in Lissabon nicht erinnerungswürdig.Einfahrt_Lissabon

Über Sesimbra, wo wir bei starkem Wind eine unruhige Nacht vor Anker verbrachten sind wir weiter nach Sines gesegelt. Im Hafen mussten wir bei viel Wind eine ziemlich enge Box ansteuern. Schon beim Festmachen haben wir uns gefragt, wie wir da bei Wind wieder rauskommen sollen. Sines war sehr schön, vom Hafen und  Strand aus führen endlose Treppen rauf in die Stadt. Von dort hatten wir dann einen tollen Blick. Wir haben ein paar entspannte Tage dort verbracht und zum Glück sind wir auch gut aus unserer Box raus gekommen weil früh morgens noch kein Wind  war.Sines

Von Sines aus waren es bis zum nächsten größeren Hafen, Lagos, ca. 80 Seemeilen und das Cabo Sao Vincente musste umrundet werden. Für eine Tagestour war das definitiv zu weit, deshalb hatten wir uns für eine Ankerbucht kurz hinter dem Cabo entschieden. Es war herrliches Segelwetter und um das Cabo herum ging erst mal alles ganz prima. Nachdem wir es aber umrundet hatten, merkten wir erst, wie stark der Wind aufgefrischt hatte und die Wellen von achtern waren auch nicht unbedingt klein…… Bei starkem ablandigen Wind fiel dann der Anker in der Bucht von Sabres, nur leider etwas zu weit draußen, Somnambule_vor_Ankerweil die Steuerfrau nicht nah genug ans Land gefahren ist. Trotzdem haben wir ein paar schöne Tage in dieser Bucht verbracht . Der Wind wehte allerdings die ganze Zeit ziemlich heftig ablandig und wir konnten zum ersten Mal erleben, wie laut freistehende Masten vibrieren können. Da Leonie und ich viel Zeit am Strand verbrachten und wir deshalb ziemlich oft den weiten Weg mit dem Beiboot zurück legen mussten, wurden wir beide mit der Aufgabe betraut, Diesel für den Außenborder zu kaufen. Da man uns an der Tankstelle am Hafen keinen Diesel verkaufen wollten und die nächste Tankstelle ziemlich weit entfernt war, sind wir freundlicherweise von einem ,nach eigenen Angaben„ weltberühmten Austernzüchter“ in seinem dicken SUV dorthin gefahren worden . Dieser Mann fährt nach eigenen Angaben mit seinem Motorboot mit 1000 PS in 3 Tagen nach Ibiza – das müssen wir erst mal nachmachen 😉

Nächste Station war Lagos, ein sehr schönes Touristenstädtchen. Auf dem Markt Einfahrt_Lagoskonnte man tolle Sachen aus Kork kaufen. Eigentlich hatten wir vor, noch ein paar Tage vor der Stadt zu ankern, aber der Wetterbericht machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die Windrichtung sollte sich am nächsten Tag ändern und damit änderten sich unsere Pläne. Wir sind weiter nach Albufeira gesegelt.

Der Hafen dort liegt etwas außerhalb des Ortes, was sich als Glücksfall erwies, denn Albufeira ist ein richtig schlimmer Touristenort. Ziemlich Abulfeiragruselig. Am hellichten Tag bevölkern schon die Schlepper die Fußgängerzone, die dich in ein Restaurant zerren sollen. Alles einfach nur groß und voll! Zum Glück haben wir zufällig bei einem Spaziergang einen kleinen Strand auf der anderen Seite des Hafens gefunden. Im Vergleich zum Stadtstrand paradiesisch!! Dort haben wir einigeStrand_Abulfeira schöne Tage verbracht. Leider kam Leonies Rückflug immer näher und ihre Zeit an Bord ging viel zu schnell zu Ende.

Wieder nur zu viert an Bord sind wir dann von Albufeira nach Tavira gesegelt. Eine Nacht ankern im Fluss mit ziemlicher Strömung – muss man auch nicht unbedingt haben. Am nächsten Tag hieß es dann Até à vista Portugal und Buenos dias Spanien.

Spanien – Atlantikküste

Der erste spanische Hafen seit Bayona war Mazagón. Sehr großzügig angelegt mit viel freiem Platz. Nach ein paar Tagen ging es weiter über Rota nach Barbate. In Portugal sprachen viele Marineros englisch und Internet im Hafen war selbstverständlich. In Spanien war plötzlich alles anders, kein Englisch, kein Internet. Da mich der Marinero in Barbate falsch verstanden hatte, was die Größe unseres Schiffs anging, konnten wir den Luxus eines Liegeplatzes für eine 20-Meter Yacht genießen. Auch nicht schlecht :) Bezahlt haben wir aber nur für unsere wirkliche Länge.

Von Barbate aus starteten wir dann am 8. Oktober unsere Durchfahrt durch die Straße von Gibraltar. Wir mussten früh raus damit wir die passende Strömung ins Mittelmeer erwischten. Der Tag begann ziemlich diesig und kühl, es wurde aber von Stunde zu Stunde sonniger und wärmer. Der Blick auf Marokko war deshalb ein wenig unscharf. Durch die Strömung, die uns ins Mittelmeer zog, waren wir richtig schnell unterwegs.Rund um Gibraltar gab es ein großes Schiffsaufkommen und die Speedfähren haben uns an den Ärmelkanal erinnert, wo wir mehr als einmal von Gibraltardiesen gruseligen Riesen überrascht worden sind. Eigentlich wollten wir nur bis Algeciras, also in den Hafen gegenüber von Gibraltar, aber es wäre zu Schade gewesen, dieses schnelle Reisetempo schon mittags zu beenden. Also änderten wir den Kurs auf Sotogrande und segelten ein paar Stunden rein ins Mittelmeer.

Mittelmeer – da war doch was?? Komisches Anlegen ohne Fingerpontons……

In Sotogrande, einem etwas elitären Hafen, legten wir erst mal am Besuchersteg an. Wir bekamen einen Platz zugewiesen und etwas leichtsinnig beantworteten wir die Frage, ob wir Hilfe bräuchten mit „ach wir gucken mal, das geht schon….“ Nach kurzer Betrachtung der anderen Schiffe, war uns nicht klar, wie das Festmachen funktionieren sollte. Leider waren die beiden Marineros schon wieder verschwunden und die Capitainerie war geschlossen – Sonntag halt. Per Funk fragten wir dann doch nach Hilfe und wurden in das Geheimnis der Mooringleine eingeweiht. Eigentlich ganz einfach, wenn man weiß wie :)Sotogrande

Am nächsten Tag ging es weiter nach Fuengirola, wo wir zum Glück für die eine Nacht am Besuchersteg bleiben konnten. Hier war der komplette Ort rund um den Hafen und Strand zum Touri-Rummelplatz umfunktioniert – gruselig!! Nächste Station war Torre del Mar. Hier konnten wir schon ganz professionell in eine Lücke einparken und mit Mooringleine festmachen. 😉 Am nächsten Tag gab es zum ersten mal seit unserer Abfahrt aus Frankreich nochmal Regen – ganz ungewohnt. Nach zwei Tagen Aufenthalt ging es weiter nach Motril – unser erster Halt in einem königlichen Yachthafen. Die Sanitäranlagen waren fast königlich – könnte man sich dran gewöhnen ….. Die Marina liegt in einem komplett abgeschotteten Hafengebiet. Von hier gehen große Fähren nach Marokko.

Einen Tag später, am 14. Oktober gerreichten wir Almerimar. Hier soll man gut und günstig liegen. Ein guter Hafen zum Überwintern. Für uns aber nicht, wir wollen noch weiter.Almerimar

Um es kurz zu machen: wir liegen immer noch hier und wir haben es nicht bereut. Der Hafen ist über 3 Becken in der Stadt verteilt und man liegt sehr zentral. Trotzdem ist man geschützt vor starken Winden und starkem Schwell. Auf vielen Booten bleiben Leute den ganzen Winter über, es ist immer was los und das Klima ist mild. Wir haben eine knappe Woche im Trockendock verbracht, weil wir unser Bugstrahlruder austauschen mussten. Bei der Gelegenheit haben wir auch teilweise das Antifouling erneuert. Nach erst ca. 7 Monaten im Salzwasser sah unser Unterwasserschiff noch ziemlich gut aus. Allerdings war die Schraube ziemlich stark mit Muscheln bewachsen. Nach der Zeit im Trockendock konnten wir nicht mehr an unseren alten Platz zurück. Wir liegen jetzt an einem ruhigeren Teil der Darsena 3. Hier ist das Arbeiten leichter weil wir mehr Platz an Land haben und die Nachbarn auch alle am Arbeiten sind. Dafür ist der Weg zum Bäcker und zum Supermarkt etwas weiter.

Ende März haben uns Leonie und ihr Freund Marvin eine Woche besucht. Ausgerechnet in der Zeit war das Wetter nicht so schön, Viele Starkwindtage und kühler. Schade für die beiden, aber wir haben die Zeit trotzdem genossen!!

LG Konni

Reise bis zum Winterlager