delfinRoscoff zeigt sich von seiner rauen Seite, lässt uns aber trocken durch den Tag. So kann ich die Platine des GPS-Repeaters in der Plicht wechseln – kleine Lötarbeit , einige Schrauben drehen und schon können wir wieder Kurs und Geschwindigkeit ablesen. Der Defekt – Zahlen im Display wurden nur noch tw. angezeigt – war wohl eine Spätfolge des Gewitters vor Cherbourg.
Wir genießen auf einem langen Spaziergang mit den Hunden das typische Wetter der Nord-Bretagne und verziehen uns recht früh in die Kajüte – Essen draußen is nicht.
Am nächsten Morgen starten wir ohne frisches Baguette – Montag ist kein Backtag – in den nächsten, d.h. dritten Versuch mit Ziel Camaret. Jetzt ist es nur noch eine lange Tagesreise – wenn alles wie berechnet eintrifft.

Erst einmal ist wieder die Umrundung der Ile de Batz angesagt – wir werden keine Freunde mehr! Wieder unberechenbare Wellen, Querströmungen usw. aber dann sind wir vorbei. Das Wasser beruhigt sich und wir fahren unter Motor entlang der bretonischen Küste. Strom mit und ein leicht auffrischender Wind bringen uns rasch vorwärts, so dass wir rechtzeitig vor „Le Four“ eintreffen werden.
Highlight des Tages ist die Begegnung mit einer seeeehr großen Delfinherde. Immer wieder schwimmen die Tiere unter der Somnambule durch oder spielen in der Bugwelle. Wir sind hier schon häufiger her gefahren, hatten aber noch nie mehr als zwei, drei Delfine gesehen. Diesmal sind es bestimmt 80 bis 100 – und sie begleiten uns über Stunden.delfin delfin1 delfin2delfin3

 
Gegen 18:00 Uhr haben wir den Eingang von „Le Four“ erreicht und fahren mit der Strömung rein. Irgendwie reicht es aber nicht! Und statt der erhofften 11 Knoten und mehr, kommen wir nur auf maximal 7? Zudem ärgert uns eine steile Welle von Steuerbord, die uns ganz schön durch schüttelt. Waren wir bisher gut in der Zeit, wird es nun zunehmend knapp. Wir werden Camaret erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen – ist aber kein Problem. Wir kennen den Hafen gut und die Einfahrt ist sehr einfach. Wie immer wird Verzug durch umkippende Strömung und damit noch mehr Verzögerung bestraft. Zum Glück ist dann in der Rade de Brest auf dem Weg nach Camaret die Strömung nicht zu stark, so dass die Strafe milde ausfällt. Gegen 23:00 Uhr können wir in völliger Dunkelheit Festmachen. Wir sind nicht mehr in der Hauptsaison, sonst wäre wohl ein passender Platz absolute Mangelware.

Wir genehmigen uns einen Austag in Camaret. Die Verpflegungsmöglichkeiten sind gut. camaret3Beim Hafenmeister holen wir uns kostenlose Fahrräder für den Transport – netter Service! Den Nachmittag verbringen wir bei strahlendem Sonnenschein auf den Klippen und werfen eine Blick auf den ersten Abschnitt der bevorstehenden Biskaya-Überquerung. Es ist für uns das erste Mal, dass wir eine fünftägige Fahrt ohne eine Ausweichoption bei umkippendem Wetter, in Angriff nehmen wollen. Die Berichte über die verschiedenen, widersprüchlichen Erfahrungen in der Biskaya lassen ein mulmiges Gefühl aufkommen. Dazu kommen Sorgen wie unsere beiden Hunde mit der „Erleichterungsfrage“ zurecht kommen werden. Morgen geht es mit ablaufendem Wasser auf „große“ Fahrt.

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Grüße von der Somnambule
Arno

Hier findet ihr die Darstellung unserer Fahrt von Roscoff nach Camaret

Camaret – Perle der Bretagne